Geschichte

Wie konnte ein so grosses und nachhaltiges Projekt entstehen? Wer rief es ins Leben und auf welche Weise wuchs es heran? Diese Fragen werden in diesem Artikel geklärt.

Februar 2000
Maya Gabriel, eine Reisefachfrau und Sozialarbeiterin, bereist als Vorbereitung für ihre „Reisen der Achtsamkeit“ das Land Nepal. Auf dieser Reise lernt sie in Kathmandu

Tulsi Jyotsna

Tulsi und Jyotsna Gyawali

Tulsi Gyawali, einen einheimischen Reiseanbieter, kennen.  Bald stellt sich heraus, dass den beiden nicht nur das Reisen, sondern auch das Wohlergehen der Bevölkerung von Nepal am Herzen liegt.

Schon im Herbst des gleichen Jahres führen die beiden eine erste Gruppenreise für interessierte, achtsame Reisende durch und dabei wächst und erstarkt das gegenseitige Vertrauen. Das ist der Boden für eine langjährige, beständige Freundschaft.

Tulsi Gyawali ist bereits Projektleiter eines Waisenhauses in Patan bei Kathmandu, die Gruppe besucht dieses sehr gut geführte Haus. Die glücklichen Kinder beeindrucken alle.

 

2002
In Nepal herrscht in dieser Zeit ein politisches und soziales Chaos mit fast bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Von Reisen nach Nepal rät das DEZA ab. Tulsis Geschäft und Einkommen kommen zu einem Stillstand.

Tulsi nützt die Zeit und gründet zusammen mit seiner Frau Jyotsna, sowie der ganzen Gyawali Familie und weiteren sozial engagierten Nepalesen die DESH (Durga Educational Society for Help) Foundation, eine Hilfsorganisation für Kinder. Sofort wird auf dem privaten Grundstück der Familie bei Butwal mit dem Bau einer Schule begonnen. Die Gyawali Familie möchte dort zum Andenken an die früh verstorbene Mutter Durga Gyawali ein soziales Projekt verwirklichen.

DESH formuliert ihr Ziel folgendermassen:
„Die Kinder sollen im DESH Projekt einen speziellen Schutz geniessen. Es werden ihnen Möglichkeiten geboten und Einrichtungen zur Verfügung gestellt, damit sie sich körperlich, geistig, moralisch, spirituell und sozial in einer gesunden Art entwickeln können und das in einem Umfeld von Freiheit und Würde.“

Für dieses Hilfsprojekt bittet Tulsi Maya Gabriel um finanzielle Unterstützung aus der Schweiz. Innert kurzer Zeit finden sich aus Mayas Bekanntenkreis die ersten Sponsoren, welche für Waisen und andere Kinder aus mittellosen Familien die nötigen Finanzen aufbringen. Diese Spendenaktion findet noch ganz im privaten Rahmen statt.

2003
Bereits im Frühling 2003 ziehen die ersten Kinder in den Rohbau dieser  Schule ein.

Klasse2008

Sujata Gyawali, Tulsis Schwester, ist Lehrerin und beginnt zusammen mit weiteren Lehrpersonen an der Schule zu arbeiten.

Dank dem grossen Einsatz der ganzen Gyawali Familie und ihren Helfern wächst die Schule im Laufe der Jahre zu einer anerkannten und sehr erfolgreichen Institution im Distrikt von  Rupandehi heran.

2004
SchulbusNach gemeinsamen Reisen nach Nepal wirbt neu auch Yvonne Schilling in ihrem Bekanntenkreis für das Projekt. Zusammen betreuen Maya und Yvonne während über 10 Jahren rund 50 Patenschaften.

2008
BildSchuleAufstocckung2009Durch die ständig wachsende Schülerzahl sind immer wieder bauliche Erweiterungen notwendig. Das dritte Stockwerk wird erstellt.

2010
Um unnützer Einmischung und dem politischen Einfluss weniger ausgesetzt zu sein, wechseln die Verantwortlichen die Organisationform. Aus der Foundation wird eine Privatschule. Der Name der Schule bleibt, neu wird die Organisation „Durga Shaikshik Griha“ genannt. Sujata studiert Management und entwickelt die Fähigkeiten, um die Leitung der Schule zu übernehmen

2011

Sujata2009

Sujata Gyawali (Mitte)

Sujata Gyawali übernimmt die Verantwortung für die Schulleitung. Die Schule wird im ganzen Distrikt sehr geschätzt.Die Schülerzahl wächst und dies ermöglicht auch, die Zahl der Stipendien für Kinder aus bedürftigen Verhältnissen zu erhöhen.

2014
Hansueli und Susi Remund sind seit vielen Jahren Paten von Kindern der Schule und deshalb mit dem Projekt vertraut. Hansueli Remund weiss um den baulichen Zustand der Schule. Als Architekt sucht er nach Möglichkeiten, das sehr einfache Schulgebäude zu sanieren und eventuell auszubauen.

Er findet im pensionierten Bauingenieur Robert Groeli den perfekten Projektleiter für sein Vorhaben. Robert Groeli hat viele Jahre in Nepal gelebt und für Helvetas und das DEZA gearbeitet. Er verbringt immer noch die Wintermonate mit seiner Frau in Nepal.

2015
Im Frühjahr besuchen Tulsi und Robert Groeli zum ersten Mal gemeinsam die Schule. Kurz darauf, im April 2015, wird Nepal von einem starken Erdbeben erschüttert. Die Schule ist glücklicherweise nicht betroffen, aber es bestätigt sich eindrücklich, wie unabdingbar die Erdbebensicherheit für so ein Gebäude ist.
Nach eingehenden Abklärungen am bestehenden Gebäude müssen sich die Verantwortlichen dazu entschliessen, auf eine Sanierung zu verzichten, die oberen Stockwerke abzutragen und Ersatz durch Schulpavillons zu schaffen. Der Projektkoordinator vor Ort, Robert Groeli, vermittelt die vertrauenswürdigen Fachkräfte und Büros. In enger Zusammenarbeit zwischen den Fachkräften in Nepal und in der Schweiz wird in den Jahren 2015/16 vor Ort ein Schulpavillon entwickelt, der den Altbau ersetzen soll. Dieser Neubau entspricht in jeder Hinsicht den Grundsätzen nachhaltiger Bauweise.

Unterdessen hat sich aus dem privaten Patenschaftsprojekt ein beachtliches Hilfsprojekt entwickelt und es wird Zeit, dieses rechtlich auf solide Füsse zu stellen. Deshalb werden im November 2015 zwei Vereine gegründet:

a) Der Verein DESH Patenschaften Nepal: Er umfasst die Patenschaften und die Spenden für Kinder, welche die Schule besuchen.

b) Der Verein DESH Bauprojekt Nepal: Er beinhaltet die finanzielle und bauliche Unterstützung des Neubaus der Schule.

2016
Es besuchen rund 625 Schülerinnen diese Schule in Butwal.

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Lehrerinnen ...

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und Lehrer

Sie werden von 34 Lehrpersonen unterrichtet. Rund ein Drittel davon sind Kinder aus mittellosen Familien oder Waisenkinder. Im Mai 2016 haben alle Kinder des 10. Schuljahres das Abschlussexamen (entspricht der Maturaprüfung) erfolgreich abgeschlossen.

Aktuell
Underdessen hat sich gezeigt, dass die ursprüngliche Bezeichnung „DESH“ zu unerwünschten Verwechslungen mit anderen Projekten in Nepal führen kann. Deshalb werden die Vereine umbenannt:

Im September 2016 wird das Bauprojekt in „Verein DSG Bauprojekte Nepal mit Sitz in Luzern“ umbenannt.

Ab der nächsten Generalversammlung im Frühjahr 2017 wird der „Verein DESH Patenschaften Nepal“ neu „Verein DSG Patenschaften Nepal“ heissen.